Woodworth aht 1918 in der Instinktkontroverse eine mittlere Position eingenommen.
Einerseits bestritt er gegenüber McDugall die Allgemeingültigkeit
der Instinkte als Grundlage der motivationalen Komponente.
Andererseits bestritt er auch gegenüber den Assoziationisten den Erklärungswert
reiner S-R-Verbindungen.
Er fügte als weiter Determinante zwischen Reiz und Reaktion Zustände
im Organismus ein : S-O-R.
Inzischen hatte man dami begonnen, unter Reizen nicht mehr nur äußere
Einwirkungen auf den Organismus zu verstehen, sondern auch an innere Reize zu
denken, die im internen Milieu des Organismus entstehen und dort ihre Wirkungen
haben.
Auf physiologischer Seite setzte eine Suche nach registrierbaren inneren Reizen
ein, die zu bestimmten Verhaltensweisen antreiben.
Cannon et. al. entwickelten z.B. eine Lokaltheorie der Motivation für Hunger
und Durst.
Mit einem verschluckten aufblasbaren Ballon konneten Magenkontraktionen gemessen
werden. Diese Kontraktionen korrelierten hoch mit dem subjektiven Hungergefühl.
Die Regulation der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme hat sich jedoch also
ungemein komplex erwiesen. Bis heute sind die zugrundeliegenden Mechanismen
nicht endgültig geklärt. Neben peripheren Bereichen im Organismus
(wie Aufnahemetrakt,Magen,Darm,Leber,Blut) sind auch Hirnzentren als zentrale
integrierende Mechanismen beteiligt. (Balagura, 1973 : Toates, 1981)
Eine andere Forschungsrichtung nahm die allgemeine Aktivität von Versuchstieren
als Index für periodische Antriebsschwankungen, die mit zyklischen Bedürfnisschwankungen
zur Aufrechterhaltung organismischer Gleichgewichtszustände (Homeostase)
einhergehen.
Lange Zeit glaubte man, daß physiologische Indikatoren von Bedürfniszuständen
unmittelbar die Annahme eines entsprechenden Triebes erlaubten und daß
dieser vor seiner Befriedigung in einer erhöhten allgemeinen Aktivität
zum Ausdruck kommt.
Es zeigte sich jedoch bald, daß Rückschlüsse auf das Vorliegen
eines Triebes anhand vorausgehender oder nachfolgender Aktivitätserhöhung
zu einfach ist.
Ob z.B. die allgemeine Aktivität ausgehungerter Ratten überdurchschnittlich
oder aber unterdurchschnittlich ist, hängt weit stärker von äußeren
Reizbedingungen ab, als man zunächst annahm.
Einversuch von Campbell und Sheffield (1953) verdeutlicht dies.
Ratten wurden sieben Tage in einem Aktivitätskäfig gehalten. Der Käfig
war so gelagert, daß jede Erschütterung die durch eine Aktivität
des Tieres verursacht wurde, automatisch registriert wurde.
Der Versuchraum war dunkel und Geräuschisoliert. In den ersten 4 Tagen
war ausreichend Futter vorhanden, in den letzten 3 Tagen jedoch kein Futter.
Einmal am Tag betrat ein VL für 10 min den Raum schaltet Licht an und Ventilator
aus. Die Aktivität wurde während dieser 10 min und 10 min vor Betreten
gemessen.
Ohne Reizänderung bleibt die durchschnittliche Aktivität auf einem
Niveau auch wenn der Hunger wächst. In der Reizänderungsperiode ist
die Aktivität ständig erhöht und steigt mit zunehmenden Hunger
an.
I Diese Befunde sprechen gegen die Annahme, daß mit wachsendem Bedürfniszustand
automatisch die Aktiibität steigt. Was ansteigt ist offensichtlich die
Bereitschaft, auf äußere Reize zu reagieren.
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