In den dreißiger Jahren trat eine Persönlichkeits-Bewegung hervor.
Wortführer war der deutsche Psychologe WILLIAM STERN (1871-1938) der 1935
eine "Allgemeine Psychologie auf personalistischer Grundlage" veröffentlichte.
Er ist somit ein Begründer der differentiellen Psychologie, die mit Hilfe
psychometrischer Verfahren Merkmalsunterschiede zwischen Menschen untersucht.
Sein zentraler Erklärungsbegriff waren Eigenschaften, die er in treibende
(Richtungsdispositionen) und instrumentelle (Rüstungsdispositionen) unterteilte.
Die treibenden Eigenschaften (Richtungsdispositionen) besitzen motivationalen
Charakter.
STERNs einflußreichster Schüler war G.W.ALLPORT (1879-1967) .
Er hat die STERNschen Grundauffassungen aufgegriffen und fortentwickelt. Deutsche
Verstehenspsychologie, MCDOUGALLSCHER Dynamismus und amerikanischer Empirismus
mischen sich zu einem Plädoyer, die individuelle Person als unverwechselbares
System aufzufassen, das ständig in Entwicklung und Zukunftsorientiert ist.
Nach ALLPORTs Überzeugung kann man dem nicht nomothetischen Verfahren gerecht
werden, sondern nur mit idiographischen .
Bekannt geworden ist ALLPORTs Prinzip der funktionalen Autonomie der Motive.
Es wendet sich gegen alle Theorien, Motive des Erwachsenen etwa auf frühkindliche
Triebschicksale (Freud) oder auf bestimmte Klassen von Instinkten oder Bedürfnissen
zurückzuführen.
Diese Orientierung hat sich in den USA vor allem in der Humanistischen Psychologie
fortgesetzt. Hauptvertreter ist ABRAHAM MASLOW (1908-1970).
Maslow postulierte eine Hierarchie der Bedürfnisse. Niedere Bedürfnisse
müssen zuvor befriedigt werden, ehe höhere Bedürfnisse zum Zuge
kommen.
Schließlich ist noch eine Richtung unter den Eigenschaftstheoretikern
zu nennen, die mit dem gesamten Aufwand multivariater Erhebungs- unsd statistischer
Analysetechniken zu Werke geht. Ihr Vertreter ist der Britisch-Amerikaner R.B.
CATELL (1957,1965,1974) CATTELs Lehrer war SPEARMAN, der zu den Begründern
der Faktorenanalyse gehört.
Mit Hilfe faktorenanalytischer Verfahren hat CATTEL ein komplexes Beschreibungssystem
von Persönlichkeitseigenschaften konstruiert. Er stützt sich dabei
fast ausschließlich auf die Interkorrelationen von Daten aus thematisch
weit gestreuten Fragebögen und Tests.
Unter den dabei sich "ausfällenden" Beschreibungsdimensionen
(Faktoren) sind auch drei Arten denen er motivationalen Charakter zuschreibt
: Einstellungen (attitudes), Werthaltungen (sentiments) und Triebe (ergs).
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