MURRAY, vor allem klinisch und persönlichkeitspsychologisch orientiert,
machte den Motivbegriff (need) zum Mittelpunkt seines Begriffssystem.
Die Person wird als aktiver Organismus aufgefaßt, der nicht nur auf den
Druck von Situationen reagiert , sondern Situationen auch aktiv aufsucht / gestaltet.
Organismus (Person) und wahrgenommene Situation bilden eine Interaktionseinheit
im Sinne einer gegenseitigen Einwirkung. Die beiden zentralen hypothetischen
Konstrukte sind need auf der Personenseite und press auf der Situationsseite.
Die Wechselwirkung zwischen need und press, ihre thematische Versschränkung,
wird als thema bezeichnet.
Besondere Erwähnung verdient der auf dieser Grundlage entwickelte Thematische
Auffassungstest (TAT). Unter gezielter inhaltlicher Anregung durch einzelne
Bildvorlagen hat der Proband Fantasiegeschichten zu entwerfen, die einer Analyse
von need,press und thema unterworfen werden. MURRAY hat einen Katalog von psychogenen
Bedürfnissen aufgestelt der in der weiteren Forschungspraxis immer wieder
aufgegriffen und modifiziert wurde : z.B. n(eed) food, nwater ,nsex als primäre
Bedürfnisse und z.B. nplay, norder, nexhibition als sekundäre Bedürfnisse.
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