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Kognitive Dissonanz

Die Theorie der kognitiven Dissonanz von Festinger (1957,1964) hat starke Impuls auf die folgende Forschung gehabt. Der eigentliche Anlaß war eine Eigenartige Beobachtung von Prasad (1950).
Danach gingen nach einem Erdbeben in Indien in mehreren Dörfern Gerüchte um, das noch weitere Katastrophen folgen würden. Die Gerüchte waren umso erstaunlicher, als die betroffenen Dörfer gar nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Festingers Antwort auf dieses Paradoxon lautete : Die Gerüchte von noch folgenden Erdbeben waren im Grunde nicht Angsterzeugend, sondern vielmehr angstrechtfertigend. Die Menschen waren aufgrund des Erdbebens stark verängstigt aber nicht direkt betroffen. Die Gerüchte hatten dann die Funktion, ihnen etwas Konkretes zu geben vor dem sie Angst haben konnten.
Die Grundannahme der Theorie ist ein Streben nach Harmonie, Konsistenz und Konkruenz in der kognitiven Repräsentation der Umwelt und der eigenen Person.
Beziehungen bestehen innerhalb eines Paares von Elementen. Eine Beziehung ist entweder
- irrelevant, wenn die Elemente nichts miteinander zu tun haben.
- konsonant wenn ein Element aus dem anderen hervorgeht und
- dissonant, wenn ads Gegenteil eines Elementes aus dem anderen folgt.
Da Dissonanz unangenehm ist, motiviert sie dazu die Dissonanz zu reduzieren und Konsonanz herzustellen. Im wesentlichen läßt sich Dissonanz auf drei verschiedene Arten reduzieren :
1. Durch Änderung von einem oder mehreren Elementen der dissonanten Beziehung.
2. Durch Hinzufügen neuer Elemente die die Dissonanz vermindern
3. Durch Vermindern der Bedeutung der dissonanten Elemente.
Daneben werden alle Situationen und Informationen gemieden die die Dissonanz noch weiter vergrößern könnten.
Das Beispiel eines Rauchers und dem Zusammenhang Rauchen - Gesundheit würde sich so darstellen:
1. Er reduziert das Rauchen oder stellt es ein.
2. Er vergenwärtigt sich Menschen die auch rauchen und sich bester Gesundheit erfreuen.
3. Er bezweifelt einen Zusammenhang als nicht bewiesen.
Es sind im wesentlichen 5 Phänomenbereiche in denen Festinger die Reduzierung kognitiver Dissonanz vermutet : Nachentscheidungskonflikte, Erzwungenen Einwilligung, Selektion von Informationen, In Frage gestellte Überzeugungen von sozialen Gruppen. Sie werden im folgenden dargestellt.

 


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