Der intiutive Beobachter menschlichen Verhaltens ist davon überzeugt,
daß er selbst und auch andere Personen sich in hohem Maße konsistent
verhalten. Sobald man diese Annahme jedoch empirisch bestätigen möchte,
findet man nur eine enttäuschend geringe Konsistenz des Verhaltens. BEM
und ALLEN (1974) haben für diesen Sachverhalt den Begriff des Konsitenzparadox
geprägt.
Hartshorne und May (1928,1929) haben Hunderte von Kindern in Situationen gebracht,
in denen man mogeln,täuschen oder stehlen konnte. Sie konnten in einer
Klassenarbeit z.B. abschreiben oder heimlich länger weiterarbeiten.
Die Konsistenzkorrelationen waren gering - zwischen .20 und .40 .
Als Erklärung kann angeführt werden, daß für die Verhaltensentscheidung und damit für die Konsistenz des Verhaltens, die Perspektive des Handelnden und nicht die des Beobachters entscheiden muß.
Um diesen nomothetischen Fallstrick (BEM und ALLEN, 1974) zu vermeiden, muß
man zunächst die für jedes Individuum maßgebenden Klassen der
ihm gleich erscheinenden Situationen und der zugeordneten Handlungen feststellen,
ehe man die Konsitenz beurteilt.
* Auf unser Beispiel bezogen heißt das : Für ein Kind ist es eventuell
nicht das selbe ob es in Mathe oder in Englisch abschreibt. *
Hartshorne und May haben darüber hinaus festgestellt, daß die Konsistenz
auch vom weiteren Kontext abhängt, in die die Möglichkeit zur Täuschung
eingebetet ist.
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