CATTELL ist ein Eigenschaftstheoretiker , der die Ursachendes Verhaltens allerdings
nicht völlig in Dispositionen einer Person lokalisiert. CATELL verwendet
zur Verhaltenserklärung nur Dispositionsvariablen (im Sinne von Motiv)
und keine Funktionsvariablen (im Sinne von Motivation).
Er unterscheidet zwicschen drei Arten von Dispositionen als Ursachen der zu
beobachtenden Modalität des Verhaltens
Bei der Suche nach eigenständigen Dispositionen geht CATTELL mit Hilfe
vin korrelationstatistischer Verfahren der Faktorenanalyse vor., und gliedert
so einzelne Kovariationsmuster und Reaktionsarten aus.
Die Kovariationsmuster bilden mehr oder weniger selbstständige Funktionseinheiten
des beobachtbaren Verhaltens und werden als Faktoren bezeichnet und inhaltlich
nach charakteristischen Leitvariablen bezeichnet.
In solchen Faktoren sieht CATTELL nicht nur Beschreibungsgesichtspunkte des
Verhaltens, sondern auch ihm zugrundeliegende Dispositionen der Person und damit
wesentliche wenn nicht sogar die eigentliche Ursache des Verhaltens.
CATTELL (1957) ist in zwei Schritten vorgegangen.
Im ersten Schritt hat er nach Verhaltensindizes gesucht, in denen die Stärke
von Motiven möglichst unmittelbar und objektiv (d.h. ohne daß der
Probant sich des Verhaltensindizes bewußt ist) zum Ausdruck kommt. Dazu
verwendete er eine Reihe objektiver Tests. Die so erhobenen Verhaltensindizes
für die Stärke von Motiven wurden auf ihre Kovariationsmuster faktorenanalytisch
untersucht und nach verschiedenen Motivationskomponenten aufgegliedert. Diese
Motivationskomponenten sind abgrenzbare Ausdrucksformen eines jeden inhaltlich
noch zu bestimmenden Motivs.
Im zweiten Schritt benutzte CATTELL die gefundenen Verhaltensindizes als Anzeigeinstrument
für Motivationsstärken. Anhand der Verhaltensindizes hat möglichst
weite Bereiche inhaltlich verschiedener Einstellungen und Interessen auf ihre
Kovariationsmuster faktorenanalytisch aufgegliedert. Dadurch ergaben sich inhaltlich
verschiedene Motivdispositionen, denen CATELL letzte allgemeinpsychologische
Gültigkeit zuschreibt.
Diese Faktoren beschreibt CATTELL als einheitliche dynamische Wurzeldispositionen.
Einige davon beeichnet er als ergs (gr. ergon : Arbeit, Energie) . In diesen
ergs sieht er eine Art biologisch verankerten Antrieb, was dem ursprünglichen
Instinktbegriff von MC DOUGALL recht nahekommt.
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